MeFos in der Ostsee

Angel-Bericht mit Insights

Ich glaube, wenn es auch mal nicht so gut läuft, kennt das jeder. Deshalb gibt’s hier ausnahmsweise auch kein herzerwärmendes Foto mit einer lachsartigen Riesenmeerforelle zum Bestaunen … nein … ganz im Gegenteil, gestern haben wir einmal mehr geschneidert.

Mein Kollege und ich waren um ca. 15h am Wasser. Das ist mal generell auf Zielfisch Meerforelle deutlich zu spät, wenn eh nicht die besten Bedingungen herrschen.

Gute Bedingungen für das Meerforellenangeln:

  • leichter Wind

    Windstärken von 2 – 3 Bft. wirbeln das Wasser durch die Wellen leicht auf. Es entstehen Trübungen in denen die Meerforellen besser jagen können.

  • Trübungskante im Wasser

    Du siehst die Trübungskante an der ersten oder zweiten Rinne vom Strand aus. Falls Du sie nicht sehen kannst, begib Dich auf eine kleine Anhöhe und schau von oben.

  • Sonne-Wolken-Mix

    Durch die sich ändernden Lichtverhältnisse genießt die Meerforelle noch bessere Deckung und jagd intensiver.

  • Etwas über 3,5 Grad Wassertemperatur

    Der Organismus der MeFo sollte auf Touren kommen, so dass sie auch Hunger hat und fressen möchte. Zu kaltes Wasser verhindert genau das bzw. senkt den Fresstrieb herab.

Weil wir aber schlicht mega Bock hatten, habe ich meine Fliegenpeitsche samt der in den letzten Tagen selbst gebundenen Attraktoren (Polar Magnus, Schrimpi-Boy) eingepackt und sind nördlich von Pelzerhaken ins Wasser gestiegen. Für einen Sonntag auffällig wenig Angler am Strand … Pascal hatte die Spinnrute im Gepäck.

Auf unserem Weg zum Spot trafen wir bereits auf 3 Angelgespanne mit langen Gesichtern. Wir haben gefragt und bekamen recht kurze Antworten … keiner hatte auch nur einen Anfasser gehabt. Das letzte Duo stand sogar noch mit Wathose im Wasser, hatte auch keinen einzigen Fisch an Bord und gab noch nicht auf.

Irgendwie dachten wir: „Ok, die hatten schlicht Pech … bei uns läuft’s besser …“ … hahaha … wie haben wir uns geirrt. Blauäugig wie wir waren, aber eben heiß wie junge Zuchtbullen kurz vorm Entsaften ?

Also ran an den Strand und erst einmal vom Ufer aus, ohne ins Wasser zu gehen, die erste Rinne angeworfen, falls die kleinen, flinken Kameraden direkt vor unseren Füßen jagen. Da wurde in zarten Fächern alles klar gemacht und als nichts ging, schwangen wir uns in die Fluten … (Windstärke 0,01 Bft).

So ging das ca. 500m nach links durch das Wasser weiter, wobei wir auch immer den Bereich links von uns direkt vor dem Ufer angeworfen und in Fächern das Flachwasser und die erste Rinne abgefischt haben.

Kein Biss, kein Nachläufer, kein Zupfer … aber auf einmal hatte Pascal bei zwei dicht aufeinander folgenden Würfen Schrimps am Haken seines MeFo-Blinkers. Das war mein Startschuss. Ich dachte mir: „… wenn hier Schrimps im Wasser ist und der auch noch zwei Mal am Haken hängt, ist sicherlich ordentlich viel davon im Wasser. Also könnte das potentiell auch das Futter der MeFos sein. Also habe ich die Polar Magnus auf die Ersatzbank verfrachtet und den rosa-orangenen Spieler aufs Feld geschickt.

Nach einige ermüdenden Würfen (die Schulter meldete sich einmal mehr zu Wort: Mir ist heiß, schone mich, Du Pfosten), kam noch immer kein Biss und auch kein Nachläufer und auch sonst nichts.

Hier wäre ich schon froh über einen verirrten Dorsch gewesen … aber selbst die hatten an dem Tag wohl einen Aushilfslehrer aus der Familie der Salmoniden, der ihnen schlicht erklärt hatte, wie man „in echt … also so richtig“ jagd.

Das Ende vom Lied war, dass wir nach Sonnenuntergang leicht frustriert, aber seltsamer Weise dennoch glücklich wieder zu den Autos gegangen sind. Auf dem Rückweg noch die klassischen Gründe ausgetauscht, warum wir nichts gefangen haben und dass das schließlich nicht an uns liegen könne, zogen wir uns am Auto um und fuhren los.

Keine 10 Minuten später stellte ich fest, dass es richtig verdammt dunkel geworden war.

Pascal meinte, wir sollen am besten jetzt noch einen Hafen ansteuern, um dort noch ein paar „Anti-Frust-Dorsche“ zu verhaften – schuldig seien die sowieso … aber ich konnte nicht mehr und wollte meiner Tochter eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen.

Zuhause angekommen wurde dieser Plan in die Tat umgesetzt und ich schlief beinahe mit ein.

So ein Tag am Wasser, in der Ostsee, bei wunderschönem Sonnenschein … ist einfach genial.

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